Sonntag, 1. September 2019

01.09.2019: SG Auerbach/Hormersdorf II - FSV Hohndorf

  • 2.Kreisklasse (Staffel Mitte) Erzgebirge (11.Liga)
  • Sportplatz Auerbacher Straße (Hormersdorf)
  • 21 Zuschauer
  • 4:2 (3:2)
Im vierten Anlauf sollte es dann endlich klappen mit mit und dem Hormersdorfer Sportplatz. In der vergangenen Saison war das Teil ja eine ganze Weile gesperrt (was auch mir einmal zum Verhängnis wurde), nun darf endlich wieder darauf gebolzt werden. Auch wenn sich mir beim Anblick des Platzes die Frage stellt, was da nun eigentlich genau gemacht wurde - denn hier sieht irgendwie alles wie immer aus. Viel zu sehen gibt es hier zwar nicht, aber hey, seit wann wird hier ein Platz von der Bettkante geschubst? Hauptsache gemacht und zudem wusste auch das Spiel ganz gut zu gefallen, da die Gäste hier trotz früher 2:0-Führung noch ganz schön unter die Räder kamen und sich zudem auch noch früh selbst dezimierten. Aber damit wir nicht ganz so schnell wieder die Reißleine ziehen, sei an dieser Stelle noch auf die Hormersdorfer Besonderheit verwiesen: den Dialekt. Ich merke schon, wie manch einer die Augenbrauen nach oben zieht und sich fragt, wie man in dieser Region, in der die Sprachbehinderung zuhause ist, noch durch seinen Dialekt auffallen will. Aber ja, die Hormersdorfer schaffen es tatsächlich, was sich besonders durch die sogenannte "Mundartuhr" zeigt. 

"Seit dem 15. Oktober 2006 gibt eine Ziffern-Uhr auf dem neuen Dorfplatz in Hormersdorf. Die Installation zeigt die Uhrzeit so an, wie sie in der Region um Hormersdorf gesagt wird, nämlich mit Ziffern. Dies ist eine sprachliche Besonderheit, wobei nicht bekannt ist, woher diese Zeitangabe stammt. Die vollen Viertelstunden werden dabei, wie weithin gebräuchlich, mit „viertel (zwei)“, „halb (zwei)“, „dreiviertel (zwei)“ und „um (zwei)“ (Uhr) angegeben. Aber die Hormersdorfer wenden das gleiche Prinzip auch im Fünfminutentakt an. Die Fünfminutentakte werden als „Ziffern“ bezeichnet, da sie ja durch die Ziffern auf dem Zifferblatt der Uhr markiert werden. Wenn also der große Zeiger auf der 2 steht, sind 2 „Ziffern“ der Stunde vergangen, also ist es „2 Ziffern spät“. Mit Angabe der zugehörigen Stunde klingt das dann „zwee Ziffern zwe’e“. Die (zweite) Stunde wird dann also im Fünfminutentakt so angegeben:
  • 13:05 Uhr = 1 Ziffer 2 – ä Ziffer zwee’e
  • 13:10 Uhr = 2 Ziffern 2 – zwee Ziffern zwee’e
  • 13:15 Uhr = viertel 2 – värtel zwee’e
  • 13:20 Uhr = 4 Ziffern 2 – vier ziffern zwee’e
  • 13:25 Uhr = 5 Ziffern 2 – fünf Ziffern zwee’e
  • 13:30 Uhr = halb 2 – halb zwee’e
  • 13:35 Uhr = 7 Ziffern 2 – siehm Ziffern zwee’e
  • 13:40 Uhr = 8 Ziffern 2 – ocht ziffern zwee’e
  • 13:45 Uhr = dreiviertel 2 – dreivärtel zwee’e
  • 13:50 Uhr = 10 Ziffern 2 – zaa Ziffern zwee’e
  • 13:55 Uhr = 11 Ziffern 2 – ülf Ziffern zwee’e
  • 14:00 Uhr = um 2 – üm zwee’e
Auf der Hormersdorfer Installation wird diese Zeitangabe „digital“, das heißt als Schriftzug, in erzgebirgischer Mundart (zwee Ziffern zwe’e) angezeigt."

Ah ja. Kann man sich angucken, muss man aber nicht, denn ehrlich gesagt ist das hier beheimatete Gesabbel akustisch schon nur schwer ertragbar - da muss man das nicht auch noch lesen... Aber ihr habt wieder was gelernt, Hormersdorf hat bisschen Fame abbekommen und ich kann weiter nach Gelenau düsen.





















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