Samstag, 20. Juli 2019

18.07.2019: BSC Freiberg - TSV 1888 Falkenau

  • Testspiel
  • Platz der Einheit, Platz 2 (Freiberg/Sachsen)
  • 45 Zuschauer
  • 12:0 (4:0) 
Ach, Freiberg. Da überwinde ich mich und fahre zu dir, in froher Erwartung endlich den dritten und letzten fehlenden Platz deiner Haupt-Sportanlage in die große Familie der Excel-Einträge aufzunehmen. Seit Jahren kickt der Bergstädtische Sportclub Freiberg nun schon nicht mehr im Stadion, sondern nur noch auf dem Rasen-Nebenplatz des Platzes der Einheit. Die offizielle Begründung ist der miserable Zustand des Rasens, inoffiziell behaupten Spötter, dass dem BSC die zu zahlende Miete für das Stadion zu hoch ist. Das wurde ja bereits mit dem CFC zu Sachsenpokal und Testspielen besucht und auch der Kunstrasen-Nebenplatz, der ein paar mittig überdachte Stufen vorweisen kann, gehört schon zur Sammlung. Und nun sollte endlich auch der dritte Platz fallen - klingt übrigens auch schön schmerzresistent, ergibt aber zumindest etwas Sinn. Denn die Freiberger wären in der kommenden Spielzeit fast in der Sachsenliga gelandet und hätten sich damit den Status "Informerground" verdient (davon abgesehen, dass der ja eh nicht mehr erscheint). Gescheitert ist man aber nicht sportlich, sondern an sich selbst. Denn schon früh eroberten die Schwarz-Gelben unter Spielertrainer Rico Thomas die Tabellenspitze und marschierten ziemlich locker durch die Landesklasse. Am Ende machte man es zwar noch unnötig spannend, aber nach dem letzten Spieltag stand der Staffelsieg für den BSC fest. Allerdings vermeldete man bereits drei Spieltage vor Schluss auf einmal, dass Aufstiegsrecht doch nicht wahrnehmen zu wollen, da man keine realistische Chance sah, einen Landesliga-tauglichen Kader zusammen zu stellen. Der Verzicht erfolgte allerdings nach der Frist für die Verzichtserklärungen beim Sächsischen Fußballverband, sodass dieser vermutlich noch eine Strafe aussprechen dürfte. Hinter vorgehaltener Hand wird natürlich auch hier geflüstert, dass wohl eher die Finanzen den entscheidenen Ausschlag gaben. Der Verein findet zum Beispiel kein wirkliches Publikum, mit durchschnittlich 64 Zuschauern pro Partie lag man trotz sportlich grandioser Saison in der eh schon kaum mit Zuschauern gesegneten Landesklasse (Ligaschnitt: 76 Zuschauer pro Spiel) gerade mal auf Platz 9 - und wir reden über eine Stadt mit knapp 40.000 Einwohnern. Nutznießer der ganzen Chose war die SG Motor Wilsdruff, die nun in der Landesliga kicken darf, während der BSC einen neuen Anlauf in der Landesklasse wagt. 

Aber spannen wir den Bogen zurück: da auch die vier Landesklassen irgendwann vollgemacht werden wollen, war ein Besuch hier also eh irgendwann von Nöten - warum also nicht an einem Donnerstagabend in einem Testspiel. Mal kurz nach der Arbeit hindüsen, Platz eintüten, abhauen. Ich kenne übrigens den ein oder anderen, der diesen kack Rasen-Nebenplatz gegen Chemie Leipzig gemacht hat. Oder auch in der vergangenen Saison im Sachsenpokal gegen Bischofswerda. Jedes mal glaubten die betreffenden Nasen, dass die Kicks aufgrund der zu erwartenden Zuschauermassen (...) im Stadion stattfinden würden und wurden enttäuscht. Nun fahr ich gezielt diesen Platz an und was passiert? Das Spiel findet auf dem Kunstrasenplatz statt, da die Stadt den zweiten Rasenplatz gesperrt hat. Schöne Scheiße. Vielleicht aber auch einfach nur die späte Rache der Bergstädter an einem Chemnitzer, scheiterte der der Vorgänger Union Freiberg 1975 doch knapp an der FCK-Reserve am Aufstieg in die DDR-Liga. Kurioserweise war man aber nicht mal die einzige himmelblaue Nase vor Ort, da sich auch drei weitere Bekannte auf den Stufen des UMT einfanden. Während in der kleinen Runde darüber debattiert wurde, ob das von den drei Nasen am Vortag gesehene 0:13 zwischen Barkas Frankenberg und dem VfL Hohenstein-Ernstthal nicht etwas zu hoch ausgefallen ist (Kreisoberliga gegen Oberliga - ergo drei Spielklassen), nimmt der Landesklasse-Vertreter den Kreisligisten aus Falkenau mit 12:0 auseinander. Immerhin was für den Toreschnitt getan, auch wenn das nur ein kleines Trostpflaster dafür ist, dass ich nun irgendwann wieder hier her muss. 


















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