Samstag, 2. Februar 2019

02.02.2019: FC Stollberg - SG Friedrichsgrün

  • Testspiel
  • Stadion Jablonecer Straße (Zwickau)
  • 7 Zuschauer
  • 5:1 (3:0)

Still liegt er da, knapp das Rasen imitierende Geläuf des Niederdorfer Sportplatzes bedeckend. Weiß und nass, aber schon irgendwie manchmal schön. Und wenn der hier normalerweise kickende FSV Niederdorf die Absage seines Heimspiels auch mal über die üblichen Kanäle kommunizieren würde, müssten die beiden Nachwuchs-Regionalsportfreunde Lukas und Philipp nicht allerhand unflätige Worte aus den Mündern ihrer Idole ertragen. Aber da stehen wir, statt einem Ball fliegt hier maximal die eisige Kälte des Winters durch die Lüfte. Früher wäre man nach Hause gefahren, heute wird das schlaue Telefon angeworfen und nach Alternativen gesucht. Handball, Handball, sonst will sich irgendwie nichts ergeben. Halt, der FC Stollberg lädt ebenfalls zum sportlichen Vergleichstest zweier Kreisoberligen und hat die SG Friedrichsgrün zu Gast. Also hin da, der x-te Besuch in der Glück-Auf-Sportstätte ist immer noch besser als die Vergeudung der vorhandenen Zeitreserven in den heimischen vier Wänden. Aber auch hier will irgendwie kein Spiel erkennbar sein, stattdessen wird geschippt. Kurzerhand werden Lukas und Philipp aufs Areal geschickt, verbunden mit der Anweisung, Informationen einzuholen. Nach rund 10 Minuten kommen sie dann auch schon wieder, versuchen Wortfetzen wie „später“ und „Zwickau“ mittels sinnvollen Satzbaues einen Informationsgehalt zu verleihen. Das bringt nix, also rufen wir den Trainer des Spitzenreiters der Erzgebirgsliga halt einfach an, die Nummer ist aus beruflichen Gründen ja. Der hat dann auch die nötigen Infos parat und verweist auf einen deutlich späteren Anstoß und Zwickau als Austragungsort. Hätte man natürlich auch gleich so machen können, aber Frischluft ist gesund und die beiden Kerle können auch mal aus ihrer Wohlfühlzone ausbrechen, hehe. Also ab nach Zwickau, am Westsachsenstadion wird noch ein kurzer Döner-Stopp eingelegt, bevor ich erstmals seit der Premiere 2009 wieder auf der Jablonecer Straße zu Gast bin. Fast 10 Jahre mögen seit dem legendären 21:1-Sieg der CFC Reserve beim damals völlig überforderten SV Mosel in der Bezirksliga vergangen sein, geändert hat sich hier dagegen erwartungsgemäß nichts. Der ein oder andere der zahlreichen Platten um die Anlage herum mag vielleicht einen neuen Anstrich erhalten haben, aber ansonsten stehen immer noch die rund 10 Stufen auf einer Seite. Schönes Ding. Neben uns finden sich noch vier weitere Unverdrossene hier ein und sehen einen deutlichen Sieg der Stollberger. Der Trainer ist zufrieden, nur die etwas große Klappe seines Torwarts nervt ihn. Na da. Immerhin, Lukas, Philipp und Basti können ein weiteres Kreuz im Sachseninformer setzen. Und ich war mal wieder in Zwickau. Auch schön.
 






















Samstag, 26. Januar 2019

26.01.2019: SSV Markranstädt - HFC Colditz

  • Testspiel
  • Stadion am Bad, Platz 2 (Markranstädt)
  • 6 Zuschauer
  • 3:1 (2:1)
Schleppend, aber immerhin kommt das Jahr 2019 überhaupt in Gang. Auch an diesem Vormittag ist ein kurzer Arbeitseinsatz von Nöten, danach geht es stramm die A72 gen Norden. Rund um Chemnitz ist nach erneutem Schneefall in der Nacht noch alles weiß, je näher man dem vorläufigen Ende der Autobahn, die eigentlich zur WM 2006 komplett fertig sein sollte (Running Gag!), desto besser werden aber die Verhältnisse. Unter den eh schon rar gesäten sportlichen Veranstaltungen, die noch erreichbar sind oder überhaupt ausgetragen werden, ergibt der Markranstädter Testkick gegen den Landesklasse-Vertreter aus Colditz noch den größten Sinn – und ja, die Aussage wird auch nach mehrfachem Lesen nicht besser – und so rolle ich im Schneematsch am irgendwie schon viel zu oft besuchten Stadion am Bad vor. Heute ist aber nicht der Rasenplatz das Ziel der Begierde, nein, der Kunstrasenplatz wird heute endlich in die Excel-Tabelle aufgenommen – und ja, die Aussage wird auch nach mehrfachem Lesen nicht besser. Beim Markranstädter Modell der mit künstlichem Rasen ausgestatteten Sportanlage handelt es sich natürlich dann auch um ein besonders gewöhnliches Exemplar seiner Gattung. Das beim Anblick des Spielortes schon reichlich Endorphine ausschüttende Gehirn vermerkt dann auch schon die minimale Erhöhung vor dem kleinen Funktionsgebäude (dass eigentlich nur die Abstellkammer der nebenan liegenden Anlage des örtlichen Tennisclubs ist) als Ausbau und bastelt sich allerhand Gründe zurecht, warum man nun eigentlich hier ist – und ja, auch die Aussage wird auch nach mehrfachem Lesen nicht besser. Allein der Status als Freiluftpremiere im neuen Jahr reicht dann aber auch schon aus und so umweht ein leicht mythischer Hauch dieses trostlose Fleckchen Erde am Rande der sächsischen Messestadt. Kann natürlich auch einfach nur der durchziehende Wind gewesen sein, der in Kombination mit dem dauerhaft auf die Erde prasselnden Nieselregen wieder eine ganz besondere Grundlage für die nächste fette Erkältung legen konnte. Dass der Müll hier überhaupt ausgetragen wird ist aber wirklich ein kleines Wunder, ergeben doch Kunstrasen, eine rund zwei Zentimeter dicke Schneedecke und der eben angesprochene schon seit dem Vormittag anhaltende Regen Verhältnisse, die für ein Fußballspiel nicht unbedingt geeignet sind. Fraglich, welche Erkenntnisse die beiden Trainer nach der rund 82 Minuten (da hatte der Unparteiische wohl Mitleid) andauernden Rutschpartie mit nach Hause nehmen, blieb der Zufall doch der konstanteste Partner der 22 Herren auf dem Platz. Auch Grätschen blieben hier Mangelware, schließlich blieb der erste Versuch dieser Art, der in einem völlig durchnässten Spieler endete, als mahnende Erinnerung in den Köpfen der Aktiven. Aber Hauptsache man ist anwesend und kann dem Rest der Welt (oder zumindest den Lesern dieses Heftes) danach erzählen, wie toll das hier alles war. Und tatsächlich, als die voll aufgedrehte Autoheizung nach der Partie langsam das Leben zurück in die Gliedmaßen brachte, war das schon irgendwie schön. Und ja, auch dieser Satz… ihr wisst schon.